Was ist Dyskalkulie?
Dyskalkulie (auch "Rechenstörung") bezeichnet (nach der ICD-10) eine Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten, die nicht auf eine allgemeine Intelligenzminderung oder unangemessene Beschulung zurückgeführt werden kann.
Durchschnittlich sind ein bis zwei Kinder pro Schulklasse von Dyskalkulie betroffen. Kinder mit Dyskalkulie zeigen häufig mehrere der folgenden Symptome
Die neurowissenschaftliche Forschung hat gezeigt, dass Kinder mit Dyskalkulie in Gehirnbereichen, die bei der Mengen- und Zahlenverarbeitung aktiv sind, oft eine abweichende Aktivität aufweisen und dass diese Gehirnbereiche häufig weniger gut miteinander vernetzt sind als bei anderen Kindern. Die Verbindung zwischen Mengen und den (entsprechenden) Zahlen ist beeinträchtigt. Dadurch sind Kinder mit Dyskalkulie schon bei einfachen Aufgaben (z. B. "Welche Zahl ist größer, 8 oder 5?") langsamer als andere Kinder.
Auch Erkenntnisse der Psychologie und der Fachdidaktik Mathematik sprechen dafür, dass Kinder mit Dyskalkulie ein lückenhaftes Verständnis für grundlegende Aspekte der Zahlen- und Mengenverarbeitung aufweisen. Manche Kinder mit Dyskalkulie müssen z. B. erst verstehen, dass nach dem Auszählen einer Menge die letzte Zahl die Anzahl der Objekte in der Menge darstellt (Kardinalitätsprinzip). Ebenso haben Kinder mit Dyskalkulie oft Schwierigkeiten zu verstehen, dass Zahlen auch die Beziehung zwischen zwei anderen Zahlen darstellen können (relationaler Zahlenbegriff; z. B. "der Abstand zwischen den Zahlen 3 und 8 ist 5"). Dies erschwert den Erwerb effizienter Rechenstrategien. Bei Dyskalkulie sind außerdem oft Teile des Arbeitsgedächtnisses beeinträchtigt. Das Arbeitsgedächtnis kann als ein Gedächtnissystem mit begrenzter Kapazität verstanden werden, das für die Verarbeitung komplexer Informationen benötigt wird. Bei der Lösung von Textaufgaben (z. B. "Es sind Äpfel in der Dose. Jens nimmt 4 heraus. Jetzt sind noch 5 Äpfel in der Dose. Wie viele Äpfel waren am Anfang in der Dose?") und einfachen Rechenaufgaben ("12 + ? = 23") wird das Arbeitsgedächtnis verwendet.Bevor das CODY-Training beginnt, laden wir jedes Kind und seine Eltern bzw. Erziehungsberechtigten zu einem ausführlichen Vorgespräch ein, in dem wir Fragen beantworten und weitere Informationen zum Inhalt und Ablauf geben können. Anschließend führen wir mit dem Kind einige psychologische Tests durch (in den Bereichen mathematische Kompetenz, Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis, Intelligenz, Lesefähigkeit).
Datenschutz: Alle erhobenen Daten werden streng vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Die Daten werden ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke in anonymisierter Form ausgewertet. Anschließend beginnt das Cody-Training.Das CODY-Training (Screenshots) konzentriert sich auf Bereiche, in denen Kinder mit Dyskalkulie oft Probleme haben, wie z. B. Aufgaben zum (Kopf-)Rechnen, zum Zahlenstrahl, zum schnellen Zählen und zum relationalen Zahlenbegriff. Ebenso sind Trainingsaufgaben zur Verbesserung des Arbeitsgedächtnisses vorgesehen.
Das Training ist computergestützt (online verfügbar) und kann von den Kindern selbstständig "spielerisch" durchgeführt werden. Alle Aufgaben werden ausführlich und kindgerecht erklärt. Das Training passt sich in der Schwierigkeit der Fähigkeit des Kindes automatisch an, was den Lernerfolg und den Spaß erhöht. Erste Untersuchungen haben gezeigt, dass Kinder, die das CODY-Training absolvierten, nach dem Training in einem Mathematiktest besser abschnitten als eine nicht trainierte Kontrollgruppe.Damit Ihr Kind am Training teilnehmen kann, ist eine Voruntersuchung notwendig. Dabei führen wir zunächst ein ausführliches Vorgespräch mit Ihnen und Ihrem Kind durch und machen einige psychologische Tests mit Ihrem Kind.
Teilnahme am Training: Ihr Kind hat die Möglichkeit, am CODY-Training teilzunehmen, wenn das Vorgespräch und die Ergebnisse der psychologischen Tests eine Dyskalkulie vermuten lassen bzw. wenn Ihr Kind eine bereits diagnostizierte Dyskalkulie aufweist.
Nach der Voruntersuchung beginnt das Training. Es dauert täglich etwa 30 Minuten und erstreckt sich über 6 Wochen (siehe Abbildung). Es findet in der ersten Woche unter Anleitung statt. Die restlichen 5 Wochen können zu Hause am eigenen Computer trainiert werden. 3 Monate sowie 9 Monate nach Trainingsende wird jeweils noch einmal der CODY-Test durchgeführt, um die Stabilität der Trainingseffekte zu untersuchen.Neben dem kostenlosen CODY-Training für Ihr Kind erhalten Sie eine vollständige Rückmeldung und Erklärung aller Testergebnisse und des Trainingsverlaufs Ihres Kindes sowie aktuelle Informationen zum Thema Dyskalkulie. Zudem bekommen alle Kinder eine kleine Überraschung und wir halten Sie mit einem CODY-Newsletter auf dem Laufenden. Datenschutz: Alle erhobenen Daten werden streng vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Die Daten werden ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke in anonymisierter Form ausgewertet.
( Marburger Konzentrationstraining für Kindergarten- und Vorschulkinder)
Am Ende der Kindergartenzeit sollte ein Kind so weit entwickelt sein, dass es den Anforderungen des Schulalltags gewachsen ist. Es muss die schulischen Lerninhalte begreifen und verstehen können.
In der Wahrnehmung sollte es in der Lage sein, seine Fähigkeiten auszubauen und neue zu erwerben. Es soll vorbereitet werden, das Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen.
Zur sprachlichen Entwicklung gehört, dass das Kind Anweisungen versteht, Erklärungen folgen und selbst Gedanken formulieren kann.
Der Schulbesuch erfordert auch eine gewisse psychische und körperliche Belastbarkeit.
Das Schulkind muss viel länger still sitzen, es benötigt mehr Ausdauer und stellt sich auf neue Gegebenheiten und Informationen ein.
Es muss sich in einer relativ großen Gruppe angemessen verhalten können. Es sollte genügend Selbstständigkeit entwickelt haben, Aufgaben allein zu bearbeiten.
Die Trainingsstunden sind immer gleich aufgebaut, so dass sich die Kinder auf eine gleich bleibende Struktur einstellen können.
Selbstinstruktionen sollen die Aufmerksamkeit des Kindes bei der Aufgabe halten. Sie stellen sicher, dass das Kind die Aufgabe verstanden hat. Sie helfen einen angemessenen Umgang mit Fehlern zu lernen. Sie bieten dem Kind die Möglichkeit, seine Leistung selbst zu bewerten und sich selbst zu loben.
Sinnvolle Selbstinstruktionen sind:
Entspannungübungen können auch zu Hause gut durchgeführt werden. Sie sind fütr die Kinder eine Möglichkeit, mit dem alltäglichen Stress besser umzugehen. Entspannungsgeschichten vorlesen oder Entspannungsmusik zusammen hören. Gerade bei kleineren Kindern ist das Vorlesen noch sehr wichtig. Fernsehen ist keine Methode zur Entspannung. Besonders vor dem Schlafen gehen sollten Kinder nicht fernsehen.
Das Loben ist der Schlüssel zur Veränderung beim Kind. Durch das Loben setzen die Eltern bei den Stärken des Kindes an. Sie fördern es, indem sie es darauf hinweisen, was und wie viel es schon kann. Das Kind wird dadurch motiviert, das Verhalten wieder zu zeigen, was zu dem Lob geführt hat. Gelobtes Verhalten wird wiederholt. Bestrafung ist ebenfalls ein Mittel zur Verhaltensänderung. Oftmals unterlässt das Kind tatsächlich das Verhalten, für das es bestraft wurde. In vielen Fällen unterdrückt es aber das Verhalten so lange, wie es keine Bestrafung befürchtet. Ein großes Problem beim Bestrafen als Mittel zur Verhaltensänderung ist auch, dass die Kinder zwar erfahren, was sie nicht tun sollen, aber nicht wissen, was stattdessen von ihnen erwartet wird.
Wenn sich ein Verhalten ändern soll, so muss jeder noch so kleine Schritt in die richtige Richtung gelobt werden. z. B. wenn es den ersten Bauklotz in die Kiste wirft.
„Ich freue mich, dass ich in Ruhe telefonieren konnte, weil du so schön in deinem Zimmer gespielt hast!“ ist für das Kind ein deutlicher Hinweis, was es gut gemacht hat und was von ihm erwartet wird. „Du warst lieb!“ ist im Gegensatz dazu sehr allgemein gehalten.
Ein Lob ist wirkungsvoll, wenn es unmittelbar erfolgt. Kinder können sich sonst nicht mehr daran erinnern, wofür sie genau gelobt werden.
Loben sollte man sich regelrecht angewöhnen. Man kann ein Kind gar nicht oft genug loben.